Wieder einmal, mittlerweile zum 3. Mal, fuhren wir auf
Einladung unserer Freunde von dem Shanty-Chor „Die Landratten“ aus
Bobenheim/Roxheim in die Pfalz.
Am Freitag, den 2. Juli um 6 Uhr morgens ging es los. Es war
heiß, sehr heiß und die Hitze sollte unsere diesjährige Fahrt prägen. Das doch
für einen Shanty-Chor eher untypische Wasser wurde während der gesamten Reise
zum wichtigsten Getränk.
Unsere erste Anlaufstelle waren Anette und Frank Waldmann in
Wallhausen. Beide sind Chormitglieder. Frank steht auch als „unser südlichster
Aktiver“ mit uns auf der Bühne, sobald er die Möglichkeit dazu hat. Ihr
wunderschöner schattiger Innenhof hatten die Beiden mit Nachbarn, Eltern und
Freunden zu einem Biergarten umfunktioniert. Angenehme Kühle empfing uns. Würstchen,
Koteletts und Bauchscheiben lagen schon auf dem Grill, verschiedene Salate und
gekühlte Getränke standen bereit. Gerne griffen wir zu und genossen das
herrliche Ambiente die großzügige Gastfreundschaft von Frank und Anette.
Schönen Dank, es war wirklich super und nicht zu toppen.
Eine Stunde Fahrt lag anschließend noch vor uns, bis wir
unser Domizil, das wunderschöne „Seehotel Bader“ in Bobenheim erreichten. Dort
wurden wir von der Chefin der Landeratten Gerti Schäfer, ihrem Mann Siegfried
und vielen „Landratten“ aufs das Herzlichste begrüßt. Gerti und Siegfried sind
die Motoren des Chores. Voll Power und Energie. Wir erlebten einen
feuchtfröhlichen Abend mit vielen Gesprächen, viel Wasser ( ob der Hitze ) und
Schorle, aber natürlich auch mit einem guten Glas Pfälzer Wein. Ziemlich kaputt
fielen wir nachts in unsere Kojen.
Der Sonnabend begann, wie schon bei den letzten Besuchen,
mit einem Sektfrühstück bei Edith und Fridolin. In einem herrlichen Garten
zeigten die Pfälzer uns wieder einmal ihre Gastfreundschaft. Edith und Fridolin
tischten Getränke vom Feisten auf, und wir ließen es uns gut schmecken. In
anbetracht der Hitzetemperaturen wurden „bleifreie“ Getränke bevorzugt. Euch
noch mal auf diesem Wege recht, recht herzlichen Dank.
Danach ging es in die „Vorstadt“ von Bobenheim/Roxheim nach
Worms. Die Besichtigung des Doms, des Reformatorendenkmals und des
Judenfriedhofs endete am Rheinufer mit Schorle und gutem Essen beim „Hagenbräu“.
Nach der Rückkehr am Frühnachmittag blieb noch Zeit für eine Mittagsstunde bis
wir uns vor dem Fernseher zum Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft
gegen Argentinien trafen. Nach dem grandiosen Sieg blieb nicht viel Zeit zum
feiern, denn am Abend stand ein gemeinsamer musikalischer Auftritt auf dem
Programm. Auf der Seeterrasse waren viele Gäste erschienen um den Liedern der
beiden Chöre zu lauschen. Großer Beifall belohnte die Chöre und gegen halb 11
war zwar mit der Musike, aber noch nicht mit der Geselligkeit Schluss. Und es
trafen zwei Freunde sich wieder: Unser Chorleiter Roolf und Jürgen Hinkel,
Präsident der Rheinland Pfälzischen Chorvereinigung. Die Beiden haben sich
anscheinend gesucht und gefunden. Wie schon vor 2 Jahren, als sie sich kennen
lernten, waren die Beiden unzertrennlich.
Nach dem Frühstück am Sonntag wartete vormittags schon der
nächste Auftritt, wieder zusammen mit den „Landratten“, auf uns. In
Bobenheim/Roxheim war wieder Gondelfest. Nach einer kurzen Begrüßung durch den
Bürgermeister Manfred Gräf und einem Buchgeschenk sangen und spielten wieder
beide Chöre abwechselnd auf einer Bühne. Schnell hatten die „Landratten“ und
wir das große Publikum im Griff und es wurde ein toller Auftritt, der, wie
schon am Vorabend, mit einem gemeinsamen Abschlusslied endete.
Doch wir mussten noch mal ran. Nach einer ausgiebigen
Mittagspause fuhren wir um 16 Uhr nach Hochspeyer, etwa 50 Kilometer von
Bobenheim/Roxheim entfernt. Horst Schnepel, ein treuer Gast in Norddeich hatte
uns dort gefragt, ob wir nicht, wenn wir schon in Bobenheim/Roxheim sind, Lust
hätten, in sein Hochspeyer zu kommen und dort zu singen. Und wir hatten ihm
zugesagt. Der Saal, ein imponierend großer, wunderschöner Holzbau, lag mitten
im Wald und nur eine schmale Strasse führte dort hinauf. Der Empfang der etwa
300 Gäste war großartig. Der Volkschor Hochspeyer hatte keine Mühe gescheut,
die Räumlichkeiten geschmackvoll „auf maritim zu trimmen“. Ein Leuchtturm
blinkte uns entgegen, auf den Tischen lagen Muschelschalen, ein Gummiseehund
grüßte und und und. Das Schönste: Über der großen Bühne wurden wir in riesigen
Lettern mit „Moin moin Freesenkraft“ begrüßt. Auch sonst war alles vom Besten.
Man servierte uns eine Pfälzer Brotzeit, Kaffee, Kuchen, Wein, Bier und auch
Hochprozentiges war zu haben.
Es folgte ein Festival der Musik. Die Blaskapelle
Hohenspeyer spielte kreuz und quer durch die Unterhaltungsmusik, vom
„Fliegermarsch“ bis zu „Viva Colonia“. Ihm folgte der Männerchor Hochspeyer,
ein hoch dekorierter Chor, der schon etliche Preise gewonnen hat. Besonders
imponierend das irische Lied „Danny Boy“ und das Spiritual „Swing low, sweet
chariot“. Vor unserem Auftritt sang der Volkschor noch 2 Lieder, „Let the
sunshine in“ und, als Übergang zu uns „What shall we do with the drunken
sailor“. Wir wurden dann offiziell vom Bürgermeister Norbert Anspach begrüßt
und erhielten ein Buchgeschenk. Dann ging es los. Wir waren als „Seemannschor“
angekündigt worden, weil kaum einer dort den Begriff Shanty-Chor kennt. Die
4500 Einwohner zählende Gemeinde Hochspeyer liegt ja auch etwas abseits der
großen Nordseehäfen, dafür aber im größten zusammenhängenden Waldgebiet
Europas. Wir hatten Verständnis für ihre, uns betreffende Ankündigung. Gleich
nach den ersten Liedern sprang der Funke über und wir hatten einen herrlichen
zweieinhalb Stunden Auftritt mit viel Beifall. Nach mehreren Zugaben wurde es
jedoch Zeit, wieder nach Bobenheim/Roxheim zu kommen. Danke Horst und
Dominique, danke Hochspeyer, wieder ein Auftritt, der uns unvergessen sein
wird.
Der Zeitplan hatte sich total verschoben und anstatt, wie
geplant, um spätestens 22 Uhr beim Hotel zu sein, wurde es halb zwölf. Dort
warteten noch viele unserer Freunde von den Landratten auf uns. Wegen der Hitze
hatten wir uns kurzfristig entschlossen, nicht erst am Morgen nach dem
Frühstück, sondern bereits nachts um zwei Uhr wieder nach Hause zu fahren. Und
tatsächlich hielten unsere Freunde aus Bobenheim/Roxheim bis zur Abfahrt durch.
Dafür ein ganz dickes Lob.
Busfahrer Harm, gleichzeitig einer unserer Akkordeonisten,
fuhr uns sicher zurück nach Berumbur. Um 12 Uhr war schließlich die „Operation
Roxheim 2010“ beendet. Schönen Dank auch an Harm, der jederzeit hilfsbereit war
und anpackte wo er konnte. Und ein Kompliment für seine Fahrkünste in
Hochspeyer, wo er es doch tatsächlich schaffte, den Bus die schmale Strasse
hoch zu fahren und sogar noch rückwärts den Weg zum Saal hinauffuhr.
Überall, ob bei Frank und Anette, den Landratten, hier
besonders bei Gerti ( trotz der schweren Tage für sie ) und Siegfried ( der
sogar noch mit uns nach Worms fuhr, ) oder bei Dominique und Horst in
Hohenspeyer, überall wurden wir mit offenen Armen empfangen. Euch allen noch
mal ein ganz dickes „Danke“. Wir hoffen auf baldiges Wiedersehen mit Euch allen,
egal ob in der Pfalz oder bei uns in Ostfriesland.